Ressourcen sind endlich. Wir können es uns nicht mehr leisten, alles gleich wegzuwerfen, wenn es kaputtgeht. Die aktuelle Reparaturquote ist jedoch viel zu gering. Ein Grund ist oft, dass Ersatzteile fehlen und der Preis einer Reparatur Verbraucherinnen und Verbraucher davon abhält sie durchzuführen beziehungsweise durchführen zu lassen. Die Stärkung der Reparatur ist ein wichtiges Mittel zur Ressourcenschonung und gegen wachsenden Abfall und verbindet Umweltschutz mit Verbraucherschutz. Maßnahmen, um Reparaturen zu erleichtern, zahlen direkt auf die Ziele der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) ein, Primärrohstoffverbräuche deutlich zu senken, den Einsatz von Sekundärrohstoffen zu erhöhen und Produkte insgesamt langlebiger, reparierbarer und besser verwertbar zu machen.
Wie das Reparieren im großen Stil unter Einbezug von automatisierter Fehlererkennung, Reparaturrobotern und Erfahrungswissen die Kreislaufwirtschaft funktionieren kann, zeigt das VDI ZRE in seinem neuen Technologiefilm "Zu wertvoll für den Schrott: Industrielle Reparatur stärkt die Kreislaufwirtschaft". Der im Auftrag des BMUKN produzierte Film veranschaulicht, wie industrielle Reparatur in der Praxis funktioniert.
Das Beispiel des ostwestfälischen Unternehmens Repartly GmbH zeigt, wie sich digitale Tools und manuelle Reparatur zu einem skalierbaren System verbinden lassen: Das Erfahrungswissen qualifizierter Mitarbeitender wird auf Reparaturroboter übertragen und industriell nutzbar gemacht. Die Kostenstruktur macht das Geschäftsmodell sowohl für Endkundschaft als auch für Reparaturbetriebe attraktiv. Die generalüberholten Ersatzteile sind zwischen 50 und 75 Prozent günstiger als neue Austauschkomponenten. Wird die Reparierbarkeit der Komponenten bereits von Beginn an mitgedacht, bietet das auch eine Chance für Gerätehersteller: Statt Ersatzteile über viele Jahre selbst vorzuhalten oder nachzufertigen, können sie auf aufbereitete Komponenten zurückgreifen.